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Biedermeier 1815-1848 |
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Das Biedermeier ist kunstgeschichtlich die letzte Stilphase des Klassizismus. Es setzt nach dem Louis-Seize und dem Empire etwa um 1815 als Frühbiedermeier ein, erfährt zwischen 1820 und 1830 seine stilreinste Ausprägung und geht etwa um 1830 in das Spätbiedermeier über, welches bis 1848 andauerte. Insgesamt erfolgt die Ausbreitung des Biedermeier-Stils vorwiegend im deutschsprachigen Raum und steht für bürgerliche Wohnkultur. Das Mobiliar diente in dieser Zeit weniger repräsentativen Zwecken als vielmehr der von den Zeitgenossen geschätzten Gemütlichkeit. Es war in erster Linie funktionell. Typisch sind Schreibmöbel und kleinere Möbel wie zum Beispiel Nähtischchen, häufig mit dem "Lyra-Motiv" versehen. Die Grundform des reinen Biedermeier ist klarlinig und kantig ausgerichtet. Es herrschen Schlichtheit und Einfachheit in Form und Ausgestaltung vor. Zierteile und Schmuckelemente treten völlig zurück. Es zeigt sich eine Dominanz des Furniers mit Vorliebe für Obsthölzer, Mahagoni und Birke. Im Spätbiedermeier kommt es zu einer Auflockerung. Die kantigen Seiten der Möbel nehmen wieder gerundete oder abgeschrägte Formen an. |
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