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Jugendstil 1890/95 - 1920 Jugenstil ist der deutsche Begriff für die international bedeutsame Stilrichtung in der angewandten und bildenden Kunst, die sich um1890/95 entwickelt und bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts anhält. In Deutschland wird die neue Kunstrichtung nach der seit 1896 in München erscheinenden Zeitschrift "Jugend" benannt, die sich für die Verbreitung des Stils engagiert und zum frühen Forum dieser Bewegung wird. In Frankreich und Belgien wird der Stil "Art Nouveau", in Österreich "Sezessionsstil", in den Niederlanden "Nieuwe Kunst", in Italien "Stile florale" oder "Stile Liberty" (nach einem einflußreichen englischen Vertreter dieser Stilrichtung), in England und im angloamerikanischen Raum "Modern Style" genannt . |
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Künstler: Hawkins, Louis
Welden |
Künstler: Klimt, Gustav |
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Der Jugendstil bildet sich als eine Art Abwehrstellung gegenüber dem Historismus und dessen neostilistischen Tendenzen heraus. Er orientierte sich weder an irgendeiner historischen Stilrichtung, noch an irgendwelchen geschichtlichen Ordnungsbegriffen. Er sollte und wollte ein Stil ohne Muster und Vorlagen sein, ein ganz und gar neuer, eigener, zeitgenössischer , lebendiger Stil. Der Jugenstil ist somit eine eigenstädige Kunstepoche mit neuen Ausdruckformen und Stilmitteln. Das Hauptmerkmal des Jugendstils ist wohl die Belebung der Fläche, die Kultivierung der dynamischen Linie, die Asymmetrie und Bewegung, die Verbindung von Organischem und Funktionellem. Schwungvolle Konstruktionen mit floralen Motiven wie Blumen, Wurzeln, Lilien, Seerosen, später auch strenge geometrische Formen prägen das Erscheinungsbild des Jugendstils. |
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